Am 07. April 2014 lud die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU (MIT) in Hamburg-Eimsbüttel zur Diskussion im Hausmann Immobilien Treff (HIT) ein.
Zu Gast war ein Podium aus Politik und Einzelhandel. Hjalmar Stemmann MdHB hat in einem kurzen Impulsvortrag Erkenntnisse und Zahlen einer Studie eingebracht. Anschließend wurde diskutiert mit den Gästen:
- Dennis Hartung, Center Manager des Tibar-Center in Niendorf;
- Nina Häder, Quartiersmanagerin des Tibarg und Initiatorin des Business-Improvement-District (BID) Tibarg;
- Rüdiger Kuhn, CDU-Fraktionsvorsitzender in der Eimsbüttler Bezirksversammlung und
- Hjalmar Stemmann, Wirtschaftspolitischer Sprecher der Hamburgischen Bürgerschaft.
Moderiert wurde die Veranstaltung vom MIT-Kreisvorsitzenden Brian Schlede.
v.l.n.r. Dennis Hartung, Hjalmar Stemmann, Brian Schlede, Nina Häder, Rüdiger Kuhn
Die Eingangsdiskussion auf dem Podium war überwiegend von positiven Erfahren geprägt. Die Frage, ob der Einzelhandel am Tibarg eine Abwanderungen von Arbeitsplätzen und Ladengeschäften erlebt wurde sowohl von Herrn Hartung als auch Frau Häder verneint. Eher würden die lokalen Unternehmen postive Effekte des Internets nutzen können, um die Kundenfrequenz zu erhöhen oder Produkte im Netz zu recherchieren und im Laden abzuholen. Die Entwicklung des Tibarg und die Durchführung von vielen Shopping-Events führt bei einzelnen Geschäften zu starken Wachstumszahlen.
Ganz anders sah dies Rüdiger Kuhn für die Lage in Niendorf Nord oder für die Entwicklung in Eidelstedt. DIe Attraktivität dieser Stadtteilzentren ist in den letzten Jahren stark gesunken. Die wohnortnahe Versorgung insbesondere für Alte oder internetferne Bürger ist zum Teil gefährdet.
Erfreulich war die rege Diskussion mit den 16 Gästen aus dem Publikum. Erfahrungsberichte von Vertretern des Einzelhandels aus Niedersachsen zeigten ein ganz anderes Bild als in Metropollagen wie Hamburg. Massenhafte Schließungen und sinkenden Kundenfrequenz sind trotz massiver Investitionen zu beklagen.
Die Diskussionsrunde im Publikum nährte die Erkenntnis, dass die Anbahnungsphase zur Kaufentscheidung heute eine andere ist. Man geht nicht mehr in das Geschäft zur Orientierung, sondern trifft Kaufentscheidungen „mit dem Smartphone auf dem Klo“. Der Kunde sucht seine Produkte heute auf anderen Wegen. Der Einzelhandel muss bei der Internetsuche auffindbar sein, wie z.B. eine Sucheingabe „Chanel No.5 Mönckebergstraße“ als einer der wenigen Suchanfragen die einem Gast geglückt ist. „Die Wahrscheinlichkeit eines Ladenbesuchs steigt, sofern der Kunde davon ausgehen kann, dass der gesuchte Artikel auch dort vorrätig ist.“ Ein internetbasierter regionaler Artikelfinder als „Inventurliste“ im Stadtteilzentrum wäre eine interessante Lösung.
Lösungen für die Auffindbarkeits-und Vermarktungsprobleme hatte Stefan Schmelzer, Geschäftsführer der Social Media Heroes in Hamburg. Seine FIrma bietet dem Einzelhandel Lösungen zur Vermarktung im Internet, wie Gestaltung und Management Auftritten von Ladengeschäften in sozialen Netzwerken (Facebook etc.) und deren Events, Produkte und Aktionen. Einzelhändler, die in Social Media vertreten sind machen nach eigenen Angaben 17% mehr Umsatz und binden 25% mehr Stammkunden.
Hjalmar Stemmann hat als einen wichtigen Punkt das Thema „Anschubfinanzierung von Quartiersmanagement“ mitgenommen. Er wird sich dafür einsetzen, dass dieses in die Haushaltsberatungen 2015/16 einfließt, die im Herbst diesen Jahres stattfinden.
Die Veranstaltung haben die meisten Gästen sehr positiv erlebt und viele Anwesende wollen das Thema weiter dIskutieren. Die MIT-Eimsbüttel hat dazu eingeladen, am 5. Mai 2014, um 19 Uhr im Weinviertel beim Unternehmerstammtisch in geselliger Atmosphäre.